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Waldneuordnung
Vom Flickenteppich zum Zukunftswald: Waldneuordnung Lebenhan startet

Akteure der Waldneurdnung bei einem Gruppenbild im Wald.Zoombild vorhanden

Foto: Lucas Kesselhut

(9. Februar 2026) Lebenhan, Lk. Rhön-Grabfeld – Nach intensiver Vorbereitung hat das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Unterfranken die Waldneuordnung Lebenhan 3 offiziell angeordnet. Damit beginnt für den Ortsteil Lebenhan der Stadt Bad Neustadt an der Saale (Lkr. Rhön-Grabfeld) ein umfassender Prozess, der den stark klimabelasteten Wald neu strukturiert, Eigentum zusammenführt und Natur, Nutzung sowie Erholung langfristig in Einklang bringt. Davon profitieren Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer ebenso wie die gesamte Region.

Das rund 320 Hektar große Verfahrensgebiet, davon 130 Hektar Privatwald, ist geprägt von kleinteiligen Besitzverhältnissen und schwierigen Standorten. Heute bewirtschaften 208 Beteiligte insgesamt 783 Flurstücke in 139 Besitzständen. Die Neuordnung schafft hier zukünftig Struktur, verbessert die Erschließung und erleichtert eine aktive, nachhaltige Waldpflege.

Klimagestresster Wald

Der Lebenhaner Wald liegt in der Vorrhön und ist durch geringe Niederschläge, Spätfröste und trockene Ost- und Südosthänge besonders gefordert. In den vergangenen Jahren entstanden große Kahlflächen durch Trockenstress und Borkenkäfer. Die Waldneuordnung reagiert darauf mit einem klaren Ziel: einem klimaresilienten Mehrgenerationen-Mischwald mit mindestens fünf Baumarten und mehreren Altersstufen je Hektar. Besonders die Eiche soll als tragende Baumart gestärkt werden.

Geplante Wegebauvorhaben berücksichtigen den Wasserrückhalt, ermöglichen die Anlage von Kleinteichen und verbessern den Zugang für Pflege, Holztransport und Feuerwehr. Gleichzeitig entsteht ein attraktives Wegenetz für Spaziergängerinnen und Spaziergänger.
Die geplanten Ausführungskosten betragen rund 1,5 Millionen Euro. Mit einem Fördersatz von 84,7 Prozent stellt der Freistaat Bayern über das ALE Unterfranken knapp 1,3 Millionen Euro Zuschüsse bereit.

Blick auf die Flurkarte.Zoombild vorhanden

Foto: Lucas Kesselhut

Starkes öffentliches Interesse
Ein zentrales Element des Verfahrens ist die intensive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Seit 2023 fanden ein Startseminar, vier Waldbegänge mit dem Arbeitskreis sowie drei Informationsveranstaltungen statt, teils mit über 50 Teilnehmenden. Dieser Dialog setzt sich fort: Am 18. März 2026 wählen die Beteiligten den Vorstand der Teilnehmergemeinschaft.
Jürgen Eisentraut, Leiter des ALE Unterfranken, betont: „Das Verfahren mit intensiver Beteiligung aller Akteure gibt eine klare Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit. Es hilft den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern, ihre Flächen gemeinsam zukunftsfähig zu bewirtschaften und den Wald dauerhaft zu stabilisieren.“

Er betont die hervorragende Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, darunter der Stadt Bad Neustadt, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) und dem Landratsamt bei der Vorbereitung und der folgenden Umsetzung der Waldneuordnung.

Mit dem Start des Verfahrens beginnt für Lebenhan ein langfristiger Prozess, der Natur, Eigentum und Gemeinwohl verbindet – und den Wald fit für die Zukunft macht.