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Integrierte Ländliche Entwicklung
Sanierungspreis 2025 der Kreuzbergallianz verliehen

Gruppenbild aller beteiligten Personen.Zoombild vorhanden

Foto: Herbert Roth

(21. April 2026) Oberelsbach, Landkreis Rhön-Grabfeld – Am vergangenen Donnerstag wurden Mühlen Café in Oberelsbach drei außergewöhnliche Sanierungsprojekte mit dem Sanierungspreis 2025 der Kreuzbergallianz ausgezeichnet. Mit diesem Preis würdigt die Allianz besonders gelungene Beispiele für Innenentwicklung in ihren Mitgliedsgemeinden. Jede Auszeichnung ist mit 300 Euro sowie einem Gebäudeschild dotiert.

Zur Eröffnung betonte Georg Seiffert, 1. Bürgermeister der Stadt Bischofsheim und Vorsitzender der Kreuzbergallianz, die Bedeutung der Sanierungsprojekte:
„Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger zeigen eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Menschen Verantwortung übernehmen und an die Zukunft ihrer Heimat glauben.“

In diesem Jahr verzeichnete der Sanierungspreis eine außergewöhnlich hohe Bewerberzahl – ein Ergebnis, das die Kreuzbergallianz mit großer Freude und Stolz erfüllt. Die Resonanz zeigt eindrucksvoll, wie tief der Gedanke der Innenentwicklung in der Region bereits verwurzelt ist. Als Zeichen der besonderen Wertschätzung wurden erstmals alle Bewerberinnen und Bewerber zur Preisverleihung eingeladen – nicht nur die drei Preisträger. Denn jedes eingereichte Projekt verdient Anerkennung, und jeder, der den Mut aufbringt, Bestand zu sanieren statt neu zu bauen, setzt ein wichtiges Zeichen für die Region.

"Echte Mutmacher und Vorbilder"

Auch Jürgen Eisentraut, der Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung in Unterfranken, freute sich über die zahlreichen gelungenen Projekte und lobte die Bauherrinnen und Bauherren: „Sie sind echte Mutmacher und Vorbilder für andere Eigentümerinnen und Eigentümer. Mit Ihrem Engagement erhalten Sie nicht nur wertvolle Gebäude, sondern stärken unsere Ortskerne und sorgen dafür, dass unsere Dörfer auch künftig lebendige und lebenswerte Orte bleiben.“

Die Jury stand daher vor einer ausgesprochen schwierigen Aufgabe: Jedes eingereichte Projekt hatte seine Berechtigung und wäre eine Auszeichnung wert gewesen. Den Ausschlag gaben schließlich zwei Kriterien: zum einen die Eigennutzung des sanierten Objekts, die zeigt, dass die Eigentümerinnen und Eigentümer langfristig Verantwortung übernehmen. Zum anderen die gelungene Integration in das Ortsbild – denn nur wer sein Gebäude behutsam in den gewachsenen Kontext einfügt, stärkt nachhaltig den Charakter und den Zusammenhalt des Ortskerns.

Seit 2016 zeichnet die Kreuzbergallianz mit dem Sanierungspreis besonders gelungene Sanierungsprojekte aus. Die Auszeichnungen setzen ein starkes Zeichen für die Innenentwicklung und zeigen: Mit Kreativität, Engagement und Fachkenntnis lassen sich Ortskerne nachhaltig stärken und die Lebensqualität in der Region sichern.

Bild des Hauses von Familie Löflund.Zoombild vorhanden

Foto: Löflund

Drei besondere Sanierungsprojekte
Die Preisträgerinnen und Preisträger zeigen eindrucksvoll die Vielfalt moderner Altbausanierung in ländlichen Räumen:
Familie Löflund aus Bischofsheim übernahm ein Wohnhaus, das durch Anbauten und eine teilweise überbauende Scheune regelrecht erdrückt wurde. Von der historischen Stadtmauer dahinter war kaum noch etwas zu sehen. Der erste mutige Schritt war ein konsequenter Rückbau: Die Anbauten wichen, die Stadtmauer wurde wieder sichtbar. Ergänzt wurde das Ensemble durch einen schlichten, unbeheizten Anbau mit Dachterrasse. Das Bestandsgebäude selbst wurde umfassend kernsaniert – energetisch, technisch und gestalterisch – zu großen Teilen in Eigenleistung. Wärmepumpe, Fußbodenheizung, Fassadendämmung, neuer Putz und ein ausgebautes Dachgeschoss verwandelten den vernachlässigten Altbau in ein modernes, energieeffizientes Zuhause mit mehr Raum. Zusätzliche Herausforderungen waren eine sehr enge Grundstückseinfahrt, die den Materialtransport erschwerte, sowie ein historisch bedingter Höhenversatz im Erdgeschoss. Letzterer konnte durch eine clevere Dämmlösung ausgeglichen werden. Das Ergebnis überzeugt – ebenso wie die freigelegte Stadtmauer.
Hausvergleich der Familie Karle.Zoombild vorhanden

Foto: Karle

Familie Karle aus Bischofsheim wagte sich an ein Haus, das seit fünf Jahren leer stand – unbeheizt, feucht, voller Bauschutt und Substanzschäden. Fenster und Türen noch im Originalzustand von 1962. Die Außenanlage zugewachsen, der Dachboden als Lager genutzt. Kein einfaches Erbe. Doch die Familie sah das Potenzial: Innenwände wurden entfernt, größere Fenster eingebaut, sämtliche Leitungen neu verlegt. Fußbodenheizung und neuer Estrich ersetzten die alte Öl- und Nachtspeicherheizung. Der Dachboden verwandelte sich mit zwei Gauben und vier neuen Räumen in eine vollwertige Wohnetage für die ganze Familie. Besonders bemerkenswert: Ein Großteil der Arbeiten wurde in Eigenleistung erbracht. Was einst dunkel und verwahrlost wirkte, ist heute ein lichtdurchflutetes, modernes Zuhause – und ein eindrucksvoller Beweis dafür, was Mut, Einsatz und Eigeninitiative aus einem vergessenen Gebäude machen können.
Haus der Familie Schmitt.Zoombild vorhanden

Foto: Schmitt

Familie Schmitt aus Schönau/Burgwallbach übernahm ein Haus aus dem Jahr 1952 im nahezu ursprünglichen Zustand. Nennenswerte Sanierungen hatte es seit der Errichtung nicht gegeben. Im Keller fanden sich Bruchsteinmauern ohne Fundament, in den Obergeschossen Bimssteinmauerwerk. Geheizt wurde mit einem Holzofen in der Küche und zwei Ölöfen in den Schlafzimmern – ein Haus, das die Zeit scheinbar stehen gelassen hatte. Die Sanierung erfolgte behutsam, aber konsequent: Die Außenwände wurden mit einer Holzständerkonstruktion und Holzweichfaserplatten gedämmt, neue Fenster eingebaut, das Dach neu gedeckt und der Kniestock erhöht – für mehr Licht und Raum. Heute sorgt eine Pelletheizung in Kombination mit einem Grundofen aus Naturstein für Wärme. Besonders hervorzuheben ist der gemeinschaftliche Ansatz: Familie, Nachbarn und Freunde packten mit an. In rund zwei Jahren entstand so – mit viel Eigenleistung – ein Zuhause, das seinen Charakter bewahrt hat.
Herausragende Projekte sichtbar machen

Die Preisverleihung fand im Beisein der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Allianzgemeinden Sonja Reubelt (Sandberg), Georg Seiffert (Bischofsheim) und Björn Denner (Oberelsbach), des Geschäftsleiters der Kreuzbergallianz Daniel Manger, der Kreuzbergallianz-Managerin Anna Keßler und ihrer Kollegin Isabel Breunig sowie des Amtsleiters vom Amt für Ländliche Entwicklung Jürgen Eisentraut statt. Mit dabei war auch der neu gewählte Bürgermeister der Allianzgemeinde Schönau Andre Eder.

Mit dem Sanierungspreis möchte die Kreuzbergallianz nicht nur herausragende Projekte sichtbar machen, sondern auch andere Eigentümerinnen und Eigentümer ermutigen und inspirieren: Traut euch! Die Sanierung eines Bestandsgebäudes mag auf den ersten Blick aufwendiger erscheinen als ein Neubau auf der grünen Wiese – doch sie lohnt sich: für das Ortsbild, für die Gemeinschaft und oft auch ganz persönlich. Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger zeigen eindrucksvoll, wie viel Potenzial im Bestand steckt. Sie alle haben den Mut gehabt, Bestand zu erhalten, alten Mauern neues Leben einzuhauchen und damit ihren Ortskern zu stärken. Das verdient Respekt – und soll andere motivieren, es ihnen gleichzutun. Der Preis ist in dieser Form einzigartig in der Region und leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Ortsentwicklung.

(Pressemitteilung der ILE Kreuzbergallianz)