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boden:ständig
Modellprojekt: Neue Wege zum Schutz vor Starkregen und Trockenheit

Ein Blick auf den umgebauten Graben in einem Weinberg.Zoombild vorhanden

Foto: Martina Kamm-Hörner

(20. August 2026) Sommerach, Landkreis Kitzingen – Was kann getan werden, damit Starkregen nicht zur Gefahr für Sommerach wird und gleichzeitig mehr Wasser in den Weinbergen bleibt? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Modellprojekt „boden:ständig“ in Sommerach, das vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Unterfranken gefördert wird. Ziel ist es, mit kleinen, aber wirkungsvollen Maßnahmen den natürlichen Wasserrückhalt in den Weinbergen zu verbessern, den Abfluss von Niederschlagswasser zu bremsen und möglichst viel Wasser vor Ort versickern zu lassen. Gleichzeitig soll die Siedlung bei Starkregen besser vor Überflutungen geschützt werden.

Nach Vorlage des Erläuterungsberichts „Modellprojekt Sommerach – Mit Wasser haushalten“ (Ingenieurbüro Lenz, Ringelai) im Dezember 2024 wurde das Konzept im Gemeinderat und in der von Bürgermeisterin Elisabeth Drescher eingerichteten Arbeitsgruppe vorgestellt. Weitere Informationen erfolgten über den Weinbauverband und eine Veranstaltung mit der Umweltstation Kitzingen.

Bürgermeisterin Drescher setzte erste Maßnahmenvorschläge direkt um. Am Hauptweg nördlich von Sommerach wurde ein schmaler Asphaltwall entlang des Seitengrabens entfernt, der bislang den Abfluss von Niederschlagswasser verhinderte. Dadurch kann das Wasser gezielt abfließen. Die Arbeiten übernahm der gemeindliche Bauhof in Eigenregie.

Eine weitere Maßnahme wurde durch die Rodung und Neuanlage eines Weinbergs möglich. Ein Winzer verkaufte der Gemeinde in diesem Zug einen fünf Meter breiten Grundstücksstreifen entlang einer vorhandenen Abflussrinne. So konnte der bisher schmale Weinberggraben verbreitert und zu einer sickerfähigen Abflussmulde umgebaut werden. Dafür wurden die Betonelemente entfernt und der Graben entsprechend modelliert und verbreitert.

Durch die Verbreiterung und die Erhöhung der Rauigkeit des Abflussprofils wird der Wasserabfluss verlangsamt. Diese Art des Umbaus von Gräben ist in Weinbergen noch unüblich, kann bei künftigen Regenereignissen jedoch dazu beitragen, dass möglichst viel Niederschlagswasser vor Ort versickert und der Wasserabfluss gebremst wird. Die Umsetzung der Maßnahme wird durch das Förderprogramm „FlurNatur“ des ALE Unterfranken zu 75 Prozent gefördert.

Weitere Maßnahmen sind bereits in Planung. So soll zeitnah ein weiterer, sogar noch steilerer, versiegelter Weinberggraben zu einer breiten und sickerfähigen Abflussmulde umgestaltet werden.