Headerbild

RSS-Feed Pressemitteilungen des StMELF

Immer aktuell informiert über die Pressemitteilungen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).

Aufruf des Presse-RSS-Feeds

Ländliche Entwicklung
Seinsheim schließt Flurneuordnung und Dorferneuerung ab

Amtsleiter Jürgen Eisentraut bei seiner Rede.

Foto: Lucas Kesselhut

(18. Dezember 2025) Seinsheim, Lkr. Kitzingen – Nach mehr als vier Jahrzehnten intensiver Zusammenarbeit endet das kombinierte Flur- und Dorferneuerungsverfahren Seinsheim im Landkreis Kitzingen. Mit der für das Jahr 2026 geplanten Schlussfeststellung findet somit ein Projekt seinen formalen Abschluss, das seit 1982 Landwirtschaft, Dorfbild und Landschaft nachhaltig geprägt hat. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Unterfranken und der Markt Seinsheim würdigten nun feierlich das Gemeinschaftswerk, von dem Landwirte, Bürgerinnen und Bürger sowie die gesamte Region profitieren.

Ziel des Verfahrens war es, die Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft zu verbessern, die Landeskultur zu stärken und die Dorferneuerung voranzubringen. Die lange Laufzeit erklärt sich aus dem Umfang und der Komplexität des Verfahrens. Planung, Wegebau, Neuordnung der Grundstücke und Dorferneuerung erfolgten schrittweise, angepasst an Eigentumsverhältnisse, Förderprogramme und neue Anforderungen an Natur- und Umweltschutz.
Rund 490 Hektar Feldflur wurden neu geordnet, im Dorfgebiet vermaßen Experten etwa 30 Hektar neu und markierten sie ab. Etwa 200 Besitzstände waren am Verfahren beteiligt.

In der Feldflur entstanden 17 befestigte Wirtschaftswege, darunter umgebaute Schotterwege, sowie rund vier Kilometer Grünwege. Ausgleichsflächen auf etwa 17 Hektar sichern Natur und Landschaft, darunter eine weithin sichtbare Baumallee. Insgesamt investierten die Beteiligten rund zwei Millionen Euro in die Flurneuordnung. Fördermittel in Höhe von über 1,6 Millionen Euro unterstützten das Projekt, die Teilnehmergemeinschaft brachte rund 370.000 Euro Eigenleistung ein.

Auch die Dorferneuerung setzte sichtbare Akzente. Straßen und Randbereiche wurden neu gestaltet, eine Kirchengade saniert und der Bereich rund um die Kirche mit Vorplatz und Grotte aufgewertet. Ein zentrales Projekt war die Anlage des Landschaftssees, der sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt hat.

Gruppenbild mit Verantwortlichen der Dorferneuerung.Zoombild vorhanden

Foto: Lucas Kesselhut

Dorferneuerung hat die Lebensqualität im Ort spürbar erhöht
Die Investitionen der gesamten Dorferneuerung beliefen sich hier auf rund 1,5 Millionen Euro, gefördert durch Mittel des Bundes, des Freistaates Bayern und der Europäischen Union in Höhe von etwa 730.000 Euro.
„Ein Verfahren dieser Größenordnung lebt von Ausdauer und Vertrauen. In Seinsheim zeigt sich, was entsteht, wenn Gemeinde, Teilnehmergemeinschaft und Verwaltung über Generationen an einem Strang ziehen. Es ist ein großes Gemeinschaftswerk, von dem alle profitieren“, betont ALE-Amtsleiter Jürgen Eisentraut.

ALE-Projektleiter Florian Schmitt hebt die Dauer und den Umfang hervor: „Die Teilnehmergemeinschaft hat über viele Jahre hinweg konstruktiv mitgearbeitet und so ermöglicht, dass fachliche Anforderungen, Eigentumsfragen und Maßnahmen Schritt für Schritt sauber umgesetzt werden konnten.“

Auch Bürgermeisterin Ruth Albrecht zieht ein positives Fazit: „Die Dorferneuerung hat die Lebensqualität im Ort spürbar erhöht. Der Landschaftssee und die neu gestalteten Ortsbereiche sind Orte der Begegnung für Bürgerinnen und Bürger, aber auch für Touristen. Kurz: Es ist ein Gewinn für alle.“

Der ländliche Raum steht weiterhin vor Herausforderungen wie Biodiversität, Bodenschutz und veränderten Bewirtschaftungsformen. Mit der abgeschlossenen Flurneuordnung und Dorferneuerung verfügt Seinsheim jedoch über eine moderne Infrastruktur und stabile Rahmenbedingungen, um diesen Wandel aktiv zu gestalten.