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Foto: Lucas Kesselhut
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(23. Februar 2026) Dingolshausen/Bischwind, Lk. Schweinfurt – Ein lebendiges Dorf entsteht dort, wo Menschen ins Gespräch kommen und gemeinsam aktiv werden. Genau hier setzt die Soziale Dorferneuerung in Dingolshausen und Bischwind im Landkreis Schweinfurt an. Dieser neue Ansatz wird derzeit durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Unterfranken erprobt. Im Mittelpunkt des Modellprojekts stehen nicht neue Gebäude oder Plätze, sondern die Menschen selbst. Begegnung, Dialog und ein lebendiges Miteinander sollen das Dorfleben stärken – als Antwort auf rückläufiges Vereinsengagement, die Integration neuer Bürgerinnen und Bürger sowie die sozialen Folgen der Corona-Pandemie.
Die Soziale Dorferneuerung ergänzt die klassische Dorferneuerung, die bislang vor allem bauliche Vorhaben fördert. Sie richtet sich bewusst an alle: jung oder alt, alteingesessen oder neu zugezogen. Ziel ist es, Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen, das demokratische Miteinander im Alltag zu stärken und neue soziale Netzwerke entstehen zu lassen. Zudem soll das Verständnis zwischen den Generationen gefördert werden. Oder anders gesagt: Das Projekt wirkt wie ein Vitamin-Booster für das Dorfleben – mit nachhaltiger Wirkung.
Dass Dingolshausen und Bischwind als Pilotgemeinden ausgewählt wurden, ist kein Zufall. Bereits zwischen 1995 und 2014 setzten beide Orte im Rahmen einer umfassenden Dorferneuerung zahlreiche bauliche Projekte mit Hilfe einer intensiven Bürgerbeteiligung um. Auf dieser Grundlage baut die Soziale Dorferneuerung nun auf – diesmal mit dem Fokus auf das soziale Miteinander.
Gearbeitet wird mit einer offenen Struktur: Ein Koordinierungskreis aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Kommune sammelt Ideen, begleitet die Umsetzung und trifft sich mehrmals im Jahr. Bestehende Vereine und Initiativen werden ergänzt, nicht ersetzt. Das ALE Unterfranken unterstützt den Prozess beratend und fachlich.
Für die Umsetzung der Projekte steht ein Dorfbudget zur Verfügung, das eigenverantwortlich verwaltet wird. Es war ein entscheidender Schlüssel, um Menschen zu motivieren, eigene Ideen in die Tat umzusetzen – ein echter Antrieb für Engagement vor Ort. Viele der Angebote kommen mit geringen finanziellen Mitteln aus und leben vor allem vom Einsatz und Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft.
„Soziale Dorferneuerung heißt für uns: Menschen kommen ins Gespräch, lernen sich neu kennen und entdecken Gemeinsamkeiten, die vorher verborgen waren“, betonen Johannes Krüger und Mirjam Räth, die die Soziale Dorferneuerung am Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken betreuen. „Dorfgemeinschaft entsteht nicht auf dem Papier, sondern im gemeinsamen Tun. Genau das machen wir in dieser Pilotgemeinde möglich.“
"Wo liegen die Unterschiede zur klassischen Dorferneuerung?" Abteilungsleiter Johannes Krüger:
Seit dem Start im September 2023 hat sich viel bewegt. Im Mittelpunkt des Vorhabens stehen die Dorfgesprächsabende – ein offenes Forum, in dem Ideen entstehen und gemeinsam weiterentwickelt werden. Aus diesen Begegnungen sind zahlreiche Projekte hervorgegangen: ein Generationencafé, Koch- und Kartenspielkurse, ein Spieletag für Jung und Alt sowie Begrüßungsformate für neue Bürgerinnen und Bürger, die auf große Resonanz stoßen.
Darüber hinaus wurden mit dem Dorfverein Bischwind und mit der Nachbarschaftshilfe, die in den Startlöchern steht, langfristige Strukturen ins Leben gerufen.
"Welche Projekte sind bereits entstanden?" Projektleiterin Mirjam Räth:
Das Modellprojekt läuft noch bis zum 31. Juli 2026. Schon jetzt steht fest: Es soll weitergehen. Noch in diesem Jahr plant das ALE Unterfranken einen Wettbewerbsaufruf, dann sollen weitere Soziale Dorferneuerungen in der Region starten. Langfristig soll der Ansatz als fester Bestandteil der Ländlichen Entwicklung in Bayern etabliert werden – damit Dörfer nicht nur schöner, sondern auch gemeinschaftlich stärker werden. Manchmal braucht es keine großen Bauprojekte, sondern kleine Anlässe, um Menschen zusammenzubringen und Demokratie vor Ort zu erleben.