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Flurneuordnung
40 Jahre Wandel: Wiesenfeld feiert erfolgreichen Abschluss

Gruppenbild mit allen Akteuren des Verfahrens.Zoombild vorhanden

Foto: Marco Amrhein

(1. April 2026) Wiesenfeld, Landkreis Main-Spessart – Mit einer Feierstunde hat der Karlstadter Ortsteil Wiesenfeld (Lkr. Main-Spessart) den Abschluss der Flurneuordnung und Dorferneuerung Wiesenfeld 2 begangen. Als besonders großes Verfahren in Unterfranken setzte das Projekt über vier Jahrzehnte hinweg Maßstäbe für die Entwicklung des ländlichen Raums. Dabei investierten die Beteiligten mehr als 6,9 Millionen Euro in Flur und Dorf.

Den Anstoß für die Flurneuordnung gab 1983 der Bau der Bahnstrecke Würzburg–Fulda. Anfangs standen viele Bürgerinnen und Bürger dem Verfahren kritisch gegenüber. Mit der Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm wuchs jedoch die Zustimmung und Wiesenfeld entwickelte sich zu einem Vorzeigeprojekt.

Auf einer Fläche von 1282 Hektar – so groß wie 18.000 Fußballfelder – ordneten die Beteiligten 5408 Flurstücke von 543 Eigentümern neu und legten sie zusammen. Sie bauten rund 30 Kilometer Wege und stärkten zudem den Natur- und Landschaftsschutz: Die Akteure legten mehr als vier Hektar neue Ausgleichsflächen an und pflanzten rund 700 Streuobstbäume im Rahmen der Aktion „Mehr Grün“. Auch die Stadt Karlstadt profitierte, etwa durch neu geordnete Flächen im Bereich der Trinkwasserquellen und der geplanten Umgehungsstraße.

Im Ort selbst wertete die Dorferneuerung den historischen Kern deutlich auf. Die Beteiligten sanierten unter anderem die Büttnergasse, die Schätzleinsgasse und die Enge Gasse. Sie restaurierten die ehemalige Synagoge, in der nun Veranstaltungen stattfinden und sanierten ein barockes Gartenhaus, das jetzt eine Bibliothek beherbergt. Bereits 2011 startete Wiesenfeld ein frühes Konzept zur Innenentwicklung und schuf vier neue Baugrundstücke im Ortskern. Daraus entstand auch die Idee für einen Dorfladen, der 2015 eröffnete, mit dem Staatspreis ausgezeichnet wurde und damit ein großer Erfolg für die Nahversorgung in Wiesenfeld ist.

Großer Einsatz über vier Jahrzehnte

Wiesenfeld zeigt eindrucksvoll, wie langfristige Planung und gemeinsames Engagement den ländlichen Raum stärken. Die Teilnehmergemeinschaft hat über Jahrzehnte hinweg mit großem Einsatz gearbeitet. Dieses Ergebnis ist eine beachtliche Gemeinschaftsleistung“, betont Projektleiterin Eva Kiesekamp vom ALE Unterfranken.

Ein sichtbares Zeichen dieser Entwicklung setzt ein Kunstwerk des Künstlers Dierk Berthel aus Rannungen: Drei Schafsköpfe blicken symbolisch in die Ortsteile und erinnern an das abgeschlossene Verfahren. Zum Abschluss dankte Kiesekamp allen ehemaligen Vorstandsmitgliedern für ihren langjährigen Einsatz und überreichte gemeinsam mit dem früheren Vorsitzenden Karl-Heinz Göpfert Urkunden. Beim anschließenden Austausch erinnerten sich die Teilnehmer an gemeinsame Projekte und vor allem an viele prägende Momente aus 40 Jahren Verfahrensgeschichte.