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Foto: Lucas Kesselhut
(20. Mai 2026) Hohestadt, Landkreis Würzburg – Neue Biotope, naturnahe Wasserrückhaltung und gezielte Maßnahmen zum Schutz des stark gefährdeten Ortolans: Mit der offiziellen Übergabe des Bewirtschaftungs- und Sicherungskonzepts (BUSK) an die Stadt Ochsenfurt beginnt in Hohestadt die langfristige Pflege neu geschaffener ökologischer Flächen im Rahmen der Flurneuordnung Hohestadt 2.
Hohestadt nimmt dabei eine besondere Stellung ein: Der Ort liegt überwiegend innerhalb eines Schutzgebiets für den Ortolan – eine europaweit stark gefährdete Vogelart der offenen Kulturlandschaft. Das nun übergebene Konzept wurde deshalb gezielt auf die Bedürfnisse dieser seltenen Vogelart ausgerichtet, welche eng an bestimmte landwirtschaftliche Nutzungsformen angepasst ist.
Die Teilnehmergemeinschaft Hohestadt 2 hat im Zuge der Flurneuordnung auf rund 3,4 Hektar vielfältige Maßnahmen für Natur-, Arten- und Klimaschutz umgesetzt. Dazu zählen unter anderem extensive Gras- und Krautflächen, Streuobstbaumreihen als Singwarten für den Ortolan, naturnah gestaltete Offenlandgräben mit Pufferstreifen, Feldgehölze, Saumbiotope sowie Maßnahmen zur naturnahen Wasserrückhaltung bei Starkregenereignissen.
Allein rund 1,6 Hektar der neu geschaffenen Flächen dienen speziell als Brutlebensraum für den Ortolan. Ergänzt werden die Vorhaben durch eine ortolanfreundliche extensive Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen durch örtliche Landwirte.
Ein Teil der Flächen dient der Erfüllung gesetzlicher Ausgleichsverpflichtungen nach Naturschutzrecht, weitere Maßnahmen wurden freiwillig durch die Teilnehmergemeinschaft realisiert. Mit der Übergabe des BUSK geht nun auch die dauerhafte Pflegeverantwortung an die Stadt Ochsenfurt über. Die Flächen werden zudem in das Ökoflächenkataster aufgenommen.
Zur Unterstützung der extensiven Bewirtschaftung stellt die Teilnehmergemeinschaft Hohestadt 2 insgesamt 15.000 Euro zur Verfügung Damit sollen Landwirte entschädigt werden, die die Schutzflächen entsprechend den naturschutzfachlichen Vorgaben bewirtschaften.
Das Projekt wurde eng mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Landesbund für Vogelschutz abgestimmt. Begleitet wird die Flurneuordnung durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Unterfranken.